Die Privatversicherer nehmen Stellung

Die privaten Krankenversicherungen sind in der letzten Zeit aufgrund der Beitragserhöhungen stark in die Kritik geraten. Jetzt weisen sie den Vorwurf, durch höhere Beiträge selbst verschuldete finanzielle Defizite aus der Finanzkrise ausgleichen zu wollen, von sich.

Weniger Probleme als behauptet

Laut dem Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) haben die Privatversicherten keine höheren Beiträge wegen der Finanzkrise zu erwarten. Der vorgeschriebene Zinssatz von 3, 5 Prozent ist 2009 nicht nur erwirtschaftet sondern auch mit 4,2 Prozent übertroffen worden. Dennoch werden Probleme eingeräumt. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein Problem zwischen Versicherten und Versicherern, stattdessen geht es um die privaten Krankenversicherungen und die Ärzte. Die Mediziner begründen nämlich nicht immer alle Leistungen für privat Krankenversicherte medizinisch, weswegen die Privatversicherer weniger Honorar an die Ärzte zahlen wollen. Inwiefern die Patienten dann von dieser Entwicklung beeinflusst bzw. in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn überhaupt, lässt sich noch nicht einwandfrei sagen.

Probleme für die Versicherungen

Einige privaten Krankenversicherungen haben derzeit das Problem, dass sie aus ihren Beitragseinnahmen teilweise Rückstellungen bilden müssen. Dies ist deshalb der Fall, weil nur so für manche ältere Kunden der Krankenversicherungsschutz finanzierbar bleibt. Aktuell liegen jene Rückstellungen bei ca. 144 Milliarden Euro. Nun müssen sie zu einem speziellen Satz verzinst werden, dessen untere Grenze seit Jahrzehnten vom Bundesfinanzministerium auf 3, 5 Prozent festgelegt ist. Laut “Financial Times Deutschland” führt das für mehrere private Krankenversicherungen zu Schwierigkeiten auf dem Markt, so dass sie Probleme haben, den Zinssatz von 3, 5 Prozent auch zu halten.

Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklungen dadurch auf dem Sektor der privaten Krankenversicherungen vonstatten gehen werden.


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