Zusammenarbeit geplatzt
Von der Seite der Privaten Krankenversicherung war eine Kooperation mit den Ärzten hinsichtlich des Qualitätsstandards im Rahmen der Patientenversorgung geplant. In diesem Zusammenhang sollte eine bessere Versorgung der Versicherten gewährleistet werden. Doch jetzt scheiterte dieses Vorhaben, da sich die Ärzte in Bayern dagegen widersetzten.
Gestartet war das Programm vom Verband unter dem Namen „Ausgezeichnete Patientenversorgung“. In Zukunft sollte dadurch die ambulante Gesundheitsvorsorge und auch die Gesundheitsversorgung der Patienten aufgebessert werden. Im Rahmen des Programms sollten in den Bereichen Service und Versorgung gewisse Standards erfüllt werden. Hierfür wäre ein regelmäßiger Nachweis nötig gewesen. Dafür sollten die teilnehmenden Ärzte mit einem entsprechenden Gütesiegel ausgezeichnet werden. In Zusammenarbeit mit der Ärztevereinigung in Bayern sollte das Pilotprojekt durchgeführt werden.
40 Maßnahmen zur besseren Patientenversorgung
Das Projekt wurde Anfang März von der PKV vorgestellt und die Kassenärztliche Vereinigung Bayern KVB wurde als starker Koalitionspartner genannt. Der Vereinigung gehören rund 5 000 Ärzte an und seitens der KVB wurde ein Vertrag geschlossen, der über 40 Maßnahmen beinhaltete, durch die eine Qualitätssicherung für verschiedene Ärztegruppen vereinbart wurden. Für den Bereich Service wurden für den Patienten für die Terminvergabe oder im Wartezimmer kürzere Wartezeiten integriert. Außerdem sollte es möglich werden, dass die Patienten auch am Wochenende und am Abend die Sprechstunden besuchen können und dass die Ärzte auch außerhalb der Sprechzeiten telefonisch erreichbar sind. Um die vertragsmäßige Versorgung der Patienten gewährleisten zu können müssen die Ärzte mit bestimmten Geräten ausgestattet sein. Erst dann werden diese auch mit dem Gütesiegel ausgezeichnet. Von der Seite der Privaten Krankenversicherung sind keine Gegenleistungen innerhalb des Programms vorgesehen.
Schnelles Aus für die Kooperation
Doch diese Kooperation hielt nicht lange, da der Vertreter der KVB, Dr. Axel Munte, bereits wenige Tage nach dem Abschluss des Vertrages heftig kritisiert wurde. Aus einem von der Mehrheit angenommener Vertrag geht hervor, dass der Vorstand der KVB dazu aufgefordert wird, den bereits geschlossenen Vertrag so schnell wie möglich zu widerrufen und die Verhandlungen mit der PKV unverzüglich einzustellen. Die Vertreterversammlung nannte als Begründung, dass der Vorstand seine Kompetenzen überschritten habe, indem er diese Vereinbarung traf. Damit eine Erweiterung der Versorgung von Privatpatienten in einem solchen Ausmaß zu beschließen wäre es notwendig gewesen, dass eine Diskussion mit der Versammlung der Kassenärzte geführt wird, damit eine Entscheidung getroffen werden kann.
PKV-Verband ist verärgert
Der Verbandsdirektor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, erklärt, dass er das Verhalten der Vertreterversammlung der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns nicht nachvollziehen könne. Schließlich sei der Vertrag zur Verbesserung der Patientenversorgung unterzeichnet worden. Im Hinblick auf den Vertrag mit der KVB sei die Einstellung des Verbandes der privaten Krankenversicherungen unverändert. Er bezeichnete den Widerstand der Vertreter der Ärzte als Interessen, die keinesfalls in einem Bezug zur Qualität der Patientenversorgung steht. Gerade die innovativen Verbände der Ärzte sollten auf die vertraglichen Vereinbarungen mit der PKV eingehen. Nun sei die Regierung im Hinblick auf den Widerstand mit der Vertreterversammlung der PKV in der Pflicht.